LebensLinien

10 Fragen

Geschrieben von Stefan B. am 1. April 2010
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Stefan B., 22, gelernter Bürokaufmann, ist Zivildienstleistender im Caritas Alten- und Servicezentrum in München Obermenzing.

 10 Fragen

 Vor meinem Zivildienst habe ich mir nicht viele Gedanken gemacht über das Alter. Das hat sich hier im ASZ geändert. Ich habe viel erlebt und noch mehr gesehen. Ich habe gemerkt, dass ich Fragen habe an die Menschen, die heute alt sind. 10 Fragen habe ich aufgeschrieben:

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LebensLust

Opa, erzähl von früher!

Geschrieben von Julia S. am 31. März 2010
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Julia, 17, erzählt von ihrem Verhältnis zu ihren Großeltern – und wie es sich im Lauf der Jahre gewandelt hat:

Großeltern

“Opa erzähl von früher!” Welches Kind hat dies noch nie eingefordert? Immer wieder diese eine Frage, weil man sich selbst von “früher” nichts vorstellen kann, weil früher für eine 5-jährige die 1970er Jahre, aber ebensogut auch die Zeit des Mittelalters oder die Antike sein kann.  Und weil es etwas ist, was teilweise nicht einmal die eigenen Eltern wissen. Es ist für eine 5-jährige ein großes Fragezeichen, eine Art Geheimnis, und das will man als Kind natürlich lüften. Und welches Kind hat auf diese Forderung noch nie die Antwort bekommen: “Ach Kind, früher war alles ganz anders” ?! Weiterlesen »

Wolfgang, ehrenamtlich tätig in der Mobilen Werkstatt Hasenbergl in München, erzählt.

Seit vielen Jahren arbeite ich ehrenamtlich mit in der Mobilen Werkstatt Hasenbergl. Das Hasenbergl ist ein Stadtteil im Norden von München, der von Politik und Öffentlichkeit gerne als „sozialer Brennpunkt“ bezeichnet wird. Tatsache ist, hier leben viele Menschen, die Hilfen zum Lebensunterhalt bekommen, wie z.B. Hartz IV. Da kann man sich keine großen Sprünge leisten, und wenn die Waschmaschine ihren Geist aufgibt, ist das für eine Familie oder einen alten Menschen schon eine echte Katastrophe. Dann kommen wir – die Ehrenamtlichen von der Mobilen Werkstatt. Wir reparieren unentgeltlich, was so an Elektrogeräten kaputt geht. Warum wir das machen?

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Karin, Ehrenamtliche im Projekt Leuchtturm des Caritas-f-net in München, berichtet über ihre erste Nachhilfeschülerin.

Foto: DiCV München und Freising, Nachhilfe

Auf Anfrage der Schulleiterin  einer Ismaninger Grundschule betreue ich seit Oktober 2009 ein Mädchen der 4. Klasse bei den Hausaufgaben, und zwar 4 x in der Woche für maximal 2 Stunden täglich. Da das Kind bis dahin so gut wie nie Hausaufgaben gemacht hat, und wohl auch die Eltern darauf nicht geachtet haben, wurde von der Klassenlehrerin sehr begrüßt, dass ich mich dazu bereit erklärt habe. 

Das Kind hat einen Migrationshintergrund. Die Mutter spricht deutsch, der Vater nach meinen Informationen nur seine Muttersprache. Die Eltern waren einverstanden mit der Betreuung. Von der Klassenlehrerin bekomme ich viel Unterstützung, die dortige Sozialpädagogin ist in diesem Fall auch tätig. Weiterlesen »

LebensSinn

Ein neuer Mitbewohner

Geschrieben von B.F. am 26. März 2010
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B.F. aus München berichtet über den Einzug ihres Großvaters in das Familienleben:

Foto: DiCV München und Freising, Großvater

Seit ein paar Tagen wohnt mein Großvater bei uns. Er stürzte letztes Jahr  in seinem Haus und verletzte sich dabei schwer. Nach einigen Wochen im Krankenhaus, die sich wie Monate dahinzogen, kam er schließlich zu uns. Ein neuer Mensch. Zwar nicht völlig unbekannt, aber ein Mensch, der das Familienleben umkrempelt. Weiterlesen »

LebensSinn

Aufklärung

Geschrieben von Erinnerungs- Erfahrungs-Werkstatt am 25. März 2010
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Renate, Seniorin und Mitglied der Erinnerungs- und Erfahrungs-Werkstatt im Caritas-Alten-und Servicezentrum München-Obermenzing, erzählt.

Auf dem Gebiet der Aufklärung besteht im Vergleich von damals und heute ein großer Unterschied. Na dann, in Gottes Namen, erzähle ich hier, wie ich aufgeklärt wurde:

Gleich nach der Geburt braucht der Mensch Luft und zwar immerzu, bis zum letzten Atemzug. Das ist halt so, weil wir ohne Sauerstoff nicht leben können. Doch dann gibt es viele Dinge, die wir nicht immerzu brauchen, aber doch von Zeit zu Zeit immer wieder. Die Natur fragt da nicht lange, sie treibt uns einfach dazu, und das nennt man dann „Triebe“. Das sind sehr viele mit unterschiedlicher Stärke, der Nahrungstrieb, der Bewegungstrieb, und ab einem gewissen Alter der Fortpflanzungstrieb.

Ich bin Jahrgang 1941, und dieses Thema war ein Tabu. Sexualität und Fortpflanzung der Menschen – oje, da musste ich selbst dahinter kommen. In meinem Heimatdorf gab es viele Kinder, Buben und Mädchen spielten auch zusammen, und wir wussten sehr wohl den Unterschied.  Wir wohnten auf einem Bauernhof, und das volle Leben umgab mich. Jede Menge Rinder, Schweine, Schafe, Gänse. Täglich konnte man zusehen beim Zeugen, Gebären, Aufwachsen und Sterben. Doch das waren Tiere. Wie ist das nun beim Menschen? Weiterlesen »

Traudl, Seniorin, freiwillig engagiert im Caritas-f-net, erzählt.

Foto: DiCV München und Freising, Italien

Ich hatte mich beim Caritas-Freiwilligen-Netz in München für das Grundtvig-Programm interessiert, einen Freiwilligen-Austausch mit Südtirol. Nach den Feiertagen im Neuen Jahr ging plötzlich alles sehr schnell. Ein Rundschreiben der Caritas Bozen wurde nach einigen Rückfragen zwischen München und Bozen sehr schnell in die Tat umgesetzt. Das hieß, dass ich in München alles so organisieren musste, um ein Haus, einige Verpflichtungen und Freunde so zu verlassen, dass ich abkömmlich war für diesen Zeitraum. Ich hatte mich für Februar und März verpflichtet; aber die geplante Seniorenwoche im Blindenzentrum Bozen war bereits vom 30.1. ab geplant, und so machte ich mich am chaotischsten Wintertag in Bayern, am Donnerstag dem 28. Januar, auf den Weg nach Bozen -  nachdem ich mich durch den frisch gefallenen Tiefschnee geschaufelt hatte.  Nach 4 ½ Stunden Fahrt kam ich dann aber gut bei Herrn Osthoff an. Weiterlesen »

Marita, Seniorin und Mitglied der Erinnerungs- und Erfahrungs-Werkstatt im Caritas-Alten-und-Servicezentrum in München-Obermenzing, erzählt von ihrem ersten Kuss.

Es war ein sommerdurchfluteter Tag, die Ähren standen senkrecht nach oben gerichtet, und das Spiel von Licht und Schatten durchzog das Feld. Arno, ein gleichaltriger Junge von zehn Jahren, begleitete mich in das nächstgelegene Dorf zur Kirche. Es war Sonntag. Jeden Sonntag besuchten die katholischen Kinder des Kinderheims den Nachbarort.  Als ich so neben ihm ging und er meine Hand in die seine legte, sie nach vorne und dann nach hinten schleuderte, spürte ich ein prickelndes Gefühl in meinem Körper. Weiterlesen »