B.F. aus München berichtet über den Einzug ihres Großvaters in das Familienleben:
Seit ein paar Tagen wohnt mein Großvater bei uns. Er stürzte letztes Jahr in seinem Haus und verletzte sich dabei schwer. Nach einigen Wochen im Krankenhaus, die sich wie Monate dahinzogen, kam er schließlich zu uns. Ein neuer Mensch. Zwar nicht völlig unbekannt, aber ein Mensch, der das Familienleben umkrempelt. Wie noch ein weiteres Kind, das aber ständig umsorgt werden muss. Ein Altenheim kam nicht in Frage. Endstation! Nie mehr aus diesem Haus rauskommen. Nur noch mit den Beinen voraus, eine komplett neue Umgebung, wenig Zwischenmenschlichkeit der Pfleger.
Nein, das wollten wir ihm ersparen! Nur weil man alt ist, nicht mehr so fit wie früher, dann einfach abgeschoben werden wie ein lästiges Anhängsel? NEIN! Man darf ihn nicht wie ein Anhängsel sehen. Er ist eine Bereicherung für unsere Familie.
Ein Mensch mit seiner Lebensgeschichte, mit freudigen und leidvollen Erfahrungen. Wir beten zu Jesus, dass er uns in dieser Situation Kraft und Weisheit gibt. Und auch wenn Opa manchmal nervig ist, ich hab ihn trotzdem lieb!





Ich finds toll das ihr euren opa zu euch geholt habt. ich weiß nicht ob wir das auch machen würden. ich hab meinen opa und meine oma zwar lieb aber sie immer da zu haben…. ich weiß nicht. vielleicht würden die dann auch noch an mir rummeckern da reichen schon meine eltern…. und ich weiß auch nicht ob meine großeltern immer mit meinen eltern zusammen sein würden, die streiten auch wenn wir uns sehen, weihnachten oder ostern oder so.
@B.F.: Sie haben Ihren Großvater aufgenommen um “ihm das Altenheim zu ersparen”. Jetzt lebt er bei Ihnen. Sie schreiben, dass sie ihn lieb haben, aber dass er nervig ist und Sie um Kraft beten. Wie geht es Ihrem Großvater? Er musste sein ganzes bisheriges Leben aufgeben. Sein Haus und wahrscheinlich auch die meisten Dinge, mit denen er sich umgeben hat. Jetzt hängt seine Zukunft davon ab, ob und wie lange Sie ihn ertragen. Ein Altenheim ist nicht automatisch die schlechteste Lösung. Es gibt heute viele Heime, in denen die Bewohner ein eigenes Appartment haben, mit ihren eigenen Möbeln und einer Privatsphäre. Sie leben dort zwar “mit Pflege”, aber es ist kein so persönliches Miteinander-Leben wie in einem Haus mit der Familie. Das muss nicht nur ein Nachteil sein! Wenn die Familie den Opa oder die Oma besucht, wenn reger Kontakt herrscht, kann ein Altenheim unter Umständen sogar “würdevoller” sein, weil mehr Selbständigkeit gewahrt ist. Weil die Familie weniger Rücksichten im Alltag nehmen muss, die Nerven nicht blank liegen und die gemeisame Zeit dadurch unbeschwert genossen werden kann. Voraussetzung ist natürlich, dass die Familie diesen Kontakt sehr intensiv hält…. Aber ich habe auch großen Respekt vor Ihrem Schritt und wünsche Ihnen, dass Sie alle gut damit leben können.
Sie haben echt meinen vollen Respekt. Ich denke nicht, dass ich dauerhaft mit meinen Großeltern zusammenleben könnte. Ich habe diese zwar wirlich sehr lieb, allerdings haben sie eine komplett andere Lebensform und teilweise etwas veraltete Ansichten, die sich von den Meinigen unterscheiden.
Auf der anderen Seite ist ein Alters-/Seniorenheim auch eine sehr gute Alternative für einen älteren, einsamen Menschen, der Pflege bedarf, sich etwas Gesellschaft wünscht und nicht von seiner Familie gepflegt werden kann/will. Allerdings muss man darauf achten eine gute und geeignete Einrichtung für die jeweilige Person zu finden, dei auch im Fall einer längeren Pflege oder einem schwereren Krankheitsverlauf geeignet erscheint.
Abschließend lässt sich sagen, dass es immer von der zu pflegenden Person und der Familiensituation abhängt, welche der beiden Optionen sich anbietet.
Sie haben jedoch für Ihre Wahl meine größte Bewunderung und ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie alles Gute.