Renate, Seniorin und Mitglied der Erinnerungs- und Erfahrungs-Werkstatt im Caritas-Alten-und Servicezentrum München-Obermenzing, erzählt.
Auf dem Gebiet der Aufklärung besteht im Vergleich von damals und heute ein großer Unterschied. Na dann, in Gottes Namen, erzähle ich hier, wie ich aufgeklärt wurde:
Gleich nach der Geburt braucht der Mensch Luft und zwar immerzu, bis zum letzten Atemzug. Das ist halt so, weil wir ohne Sauerstoff nicht leben können. Doch dann gibt es viele Dinge, die wir nicht immerzu brauchen, aber doch von Zeit zu Zeit immer wieder. Die Natur fragt da nicht lange, sie treibt uns einfach dazu, und das nennt man dann „Triebe“. Das sind sehr viele mit unterschiedlicher Stärke, der Nahrungstrieb, der Bewegungstrieb, und ab einem gewissen Alter der Fortpflanzungstrieb.
Ich bin Jahrgang 1941, und dieses Thema war ein Tabu. Sexualität und Fortpflanzung der Menschen – oje, da musste ich selbst dahinter kommen. In meinem Heimatdorf gab es viele Kinder, Buben und Mädchen spielten auch zusammen, und wir wussten sehr wohl den Unterschied. Wir wohnten auf einem Bauernhof, und das volle Leben umgab mich. Jede Menge Rinder, Schweine, Schafe, Gänse. Täglich konnte man zusehen beim Zeugen, Gebären, Aufwachsen und Sterben. Doch das waren Tiere. Wie ist das nun beim Menschen? (weiterlesen…)





